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Wintergemüse - Ernte im Dezember

Wie schon im Sommer berichtet beschäftige ich mich seit einiger Zeit auch damit, das ganze Jahr über frisches Gemüse und Kräuter aus dem Garten zur Verfügung zu haben. Angeregt wurde ich durch das Buch von Wolfgang Palme, der nicht weit von uns seine Versuchsgärten betreibt.

Im August und September säte und pflanzte ich noch so einiges bzw. ließ etliches am Beet stehen, Zeit für eine Zwischenbilanz.

Heute, am 7. Dezember, nach dem ersten Schnee und etlichen bereits sehr kalten Frostnächten (wobei es noch keine unter -6°C schaffte), finde ich in meinem Garten etliches an Kräutern, Wurzelgemüsen und Salaten, die ich ernten kann.

Kräuter sind relativ einfach, wenn es nicht wirklich wochenlangen Dauerfrost gibt, kann man sie das ganze Jahr über ernten.


Die Zitronenmelisse wächst dicht und grün wie im herrlichsten Frühjahr fröhlich unter dem Kirschbaum. Als Ergänzung zu Desserts oder in winterliche Limonaden und Tees schmeckt sie wunderbar.


Rosmarin gibt es auch rund ums Jahr, wir sind im Weinbauklima, deshalb überlebt er meist ungeschützt im Winter. Auch den letzten Jänner mit wochenlang unter -14°C überstand er unbeschadet.


Der Salbei wird noch bis zum Jänner durchhalten, er ist mein Zauberkraut in der halswehreichen Zeit. Salbeitee schmeckt zwar nicht besonders gut, wirkt aber Wunder bei Halsschmerzen. Ein Tipp für (neue) Zahnspangenträger´von meinem Alex: Salbeiblätter, frisch gekaut, helfen über die ersten Reizungen nach Einsetzen der neuen Zahnspange.


Der Oregano ist zwar nicht mehr so wirklich atraktiv, aber man kann immer noch etliche frischgrüne Blättchen abzupfen. Im Feber werde ich ihn radikal abschneiden, dann treibt er wieder kräftig durch.

Im Gemüsebeet tummeln sich Mangold, Karotten, Petersilie, Spinat, Pastinaken, Zwiebel und Feldsalat. Vorbeigehende Spaziergänger fragen immer ganz erstaunt, ob ich das alles noch ernten kann. Klar, jeden Tag ein bisschen, es schmeckt wunderbar.


Ein paar Karotten sind noch in der Erde, ich kann sie nach Bedarf ernten, wenn der Boden nicht gefroren ist.


Ebenso die Pastinaken, diese waren die Überraschung des heurigen Jahres. Wir kauften im Frühjahr auf einem Pflanzmarkt ein paar junge Pflanzen, setzten sie in eine Ecke und warteten ab. Jetzt, nach dem ersten Frost, schmecken sie wunderbar cremig und mild, allerdings sollte man sie nicht pur genießen, sondern mit anderem Gemüse kombinieren oder - wie wir letzten Sonntag - kleingewürfelt in einer Fleischsauce mitköcheln lassen. Köstlich.



Petersilie kann ich noch überall ernten, im Beet und im Blumenkisterl. Ich lasse sie diesmal stehen, säe neue nach, sobald es wärmer wird und von der alten werde ich nächstes Jahr die Wurzeln ernten. Bin gespannt, wie das schmeckt.


Bei Salaten probierte ich eine Vielzahl an verschiedenen Produkten für die Wintersaat aus, wirklich erfolgreich war ich nur bei Spinat und Vogerlsalat. Alle anderen Wintersorten keimten nicht richtig. Im August (erste Tranche) war es noch zu warm, im September (zweite Tranche) zu kalt, feucht und trüb. Kein guter Herbst für Blattsalate. Aber Spinat und Vogerlsalat gedeihen großartig, wie immer.



Der Mangold steht groß und bunt am Beet, lässt die Blätter etwas hängen, wenn es friert, richtet sich aber beim ersten Sonnenstrahl wieder auf. Generell gilt, dass sich alles Gemüse nur bei frostfreiem Wetter ernten lässt. Gefrorene Blätter kann man nicht in der Küche auftauen, sie sind völlig gatschig und unbrauchbar. Die Pflanze hingegen regeneriert sich am Beet blitzschnell, sobald es ein wenig wärmer wird. Eine tolle Sache!


Wie jeden Herbst setzte ich eine ganze Reihe an roten und weißen Zwiebeln und Knoblauch ein. Sie bleiben über den Winter am Beet und sind etwa im Mai erntereif. Bis dahin kann man das Zwiebel- und Knoblauchlaub ein wenig schneiden (nie mehr als rund 1/3), klein hacken und verarbeiten. Köstlich.


Wie geht es euren Gärten im Dezember? Schon totale Winterruhe oder noch Spätherbst. Hier gab es schon rund eine Woche eine dünne Schneedecke, jetzt allerdings hat es untertags zarte Plusgrade, nur die Nächte sind kalt. Klassisches Wiener Winterwetter eben.

Die Advent- und Weihnachtslinkparty ist noch offen, mach mit und zeig uns deine Ideen und Projekte. 


Mit liebem Gruß

Marie

Natürlich nehme ich mit meinen Projekten auch immer an den vielen wunderbaren Linkpartys teil, die ich im Bloggerland so finde. Vielen Dank an die Veranstalter für die Mühe!

Artikel enthält affiliates, ist aber nicht gesponsert. Alle Meinungen sind zu 100% meine eigenen.

Frisches Gemüse im Winter

Wer hier schon länger mitliest weiß, dass ich schon von Anfang an versuchte, die Gemüsesaison möglichst lange auszudehnen. Mittels Frühbeet, Hochbeet, verschiedenen Salaten, Zwiebel im Winter gelang mir das eigentlich recht gut, aber ich hielt es meist für einen glücklichen wetterbedingten Zufall.


Vor einigen Wochen stolperte ich an einem wunderbaren heißen Junisonntag über einen Artikel in der Gartenkralle (Presse Sonntagsausgabe vom 18.6.2017), die ich generell regelmäßig mit großer Begeisterung lese. So, jetzt habe ich mich als konservativer Presseleser geoutet. Macht nichts. Zurück zum Thema.


Ute Woltron berichtete in diesem wunderbaren Artikel über einen neuen Trend zum ganzjährigen Gemüseanbau. Ursprünglich kam diese Idee aus Amerika, wurde aber vom Leiter der Abteilung Gemüsebau in der Gartenbauschule Schönbrunn, Wolgang Palme, aufgegriffen und an unser Klima adaptiert. Seit vielen Jahren experimentiert er mit Gemüse und Kräutern, die ohne viele Hilfsmittel in Wien und Umgebung ganzjährig angebaut und beerntet werden können.

Schnell im Lieblingsbuchgeschäft hineingeschaut und das dazugehörige Buch gekauft. Ein dicker Schmöker, sicherlich nicht zum durchlesen, eher zum durcharbeiten, aber spannend von Anfang bis zum Ende.

Fazit daraus: in unserem Klima lassen sich ganzjährig zahlreiche Gemüse und Kräutersorten anbauen, natürlich kaum Fruchtgemüse, dafür ist es zu kalt und die Tage sind zu kurz. Für Kräuter, Salate und einige Wurzelgemüse hingegen gibt es ausreichend gute Bedingungen, um das ganze Jahr zu ernten.


Meine bisherigen mehr zufälligen und völlig unsortierten Erfahrungen gibt es hier und hier und hier zu lesen. Dieses Jahr werde ich die Sache ein wenig professioneller angehen, vor allem mit entsprechenden Wintersorten und rechtzeitiger Aussaat. Die ersten Samentütchen sind schon da.


Wer hat schon Erfahrung mit konsequentem Gemüseanbau im Winter? Würde mich wirklich interessieren! Mir reicht es eigentlich schon, wenn ich alle paar Tage frisches Grün zu den Mahlzeiten reichen kann und immer ausreichend Kräuter bereitstehen. Mal sehen, ich berichte weiter, die Herbstsaaten müssen nächste Woche ins Beet.

Mit liebem Gruß

Marie

Natürlich nehme ich mit meinen Projekten auch immer an den vielen wunderbaren Linkpartys teil, die ich im Bloggerland so finde. Vielen Dank an die Veranstalter für die Mühe!

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Picknick im Glas

Im Sommer sind wir viel unterwegs. Im Schwimmbad, mit dem Rad, Ausflüge jeder Art, Sportveranstaltungen, Wanderungen und vieles mehr. Meist nehmen wir den Proviant mit, denn erstens ist es auf Dauer viel zu teuer, wenn man jedesmal einen Imbiss kaufen muss. Zweitens sind die Dinge, die es so zu kaufen gibt (Würstel, Pommes, Wurstsemmeln und Co.), auf Dauer langweilig und ungesund. Und drittens gibt es dort, wo wir unterwegs sind, oft gar nichts zu Kaufen.




So bin ich immer auf der Suche nach Rezepten und Ideen, die gut schmecken, gut haltbar und gesund sind und sich leicht und schnell vorbereiten lassen.

Schichtspeisen im Glas sind hier ein Hit. Sie eignen sich für alle Ausflüge, bei denen es nicht so sehr auf das Gewicht ankommt (die Gläser sind schwer!) und man eine Kühltasche mitnehmen kann. Also beispielsweise für einen sommerlichen Nachmittag am See.




Ich habe für jeden zwei Gläschen gefüllt, ein pikantes und ein süßes. Die Portionen waren ausreichend, um auch meine hungrige Meute satt zu bekommen.


Pikanter Gurkensalat im Glas




Für das pikante Gläschen habe ich Knäckebrot, Cottage Cheese und Gurken schichtweise übereinandergestapelt.

Zutaten für 5 normal große Marmeladegläser
 
1 Gurke
2 Becher Cottage Cheese
Kräuter und Gewürze nach Belieben
5 Scheiben Knäckebrot

Das Knäckebrot wird grob gebrochen, darauf kommt der gewürzte Cottage Cheese und obenauf die gewürfelten Gurken. Das Brot weicht nur leicht durch und schmeckt sehr gut.




Süßer Salat im Glas




Ins süße Gläschen kamen Joghurt, Reste vom Schokoladenkuchen und Obst.




Zutaten für 5 normal große Marmeladegläser

Kuchenreste oder alternativ 3 bis 4 Butterkekse pro Glas
2 Becher Naturjoghurt
etwas Vanillezucker (selbstgemacht, natürlich)
Obst der Saison, in meinem Fall 2 Pfirsiche, Erdbeeren und Ribisel

Kekse oder Kuchen grob brechen, Joghurt mit ein wenig Zucker vermischen, als zweite Schichte einfüllen. Zum Schluss kommt das Obst obenauf.




Erdbeeren und Ribisel waren schon aus der eigenen Ernte, der Sommer ist da!




Die Gläser gut verschließen und ein paar Stunden kühlen. In der Kühltasche mitnehmen.




Guten Appetit!

Marie

Jetzt gibt es wieder tolle Linkpartys mit vielen guten Ideen. Komm mit! Ich mach mit!

Mein Garten im Feber - was blüht denn da?

Ich träume immer noch vom immerblühenden Garten - bisher allerdings noch mäßig erfolgreich. Ende Jänner - Anfang Feber finde ich meinen Garten eher ein wenig trostlos. Kein Schnee, kein Raureif, die meisten Stauden und Gräser bereits abgeschnitten, damit das frische Grün durchtreiben kann. Aber das lässt noch auf sich warten.

Ein paar kleine Lichtblicke habe ich allerdings bereits entdeckt. In zwei Wochen wird es überall blühen, ich muss nur noch ein wenig warten.

Schneeglöckchen.

Seit drei Jahren pflanze ich jeden Herbst eifrig Schneeglöckchen. Ich hätte so gerne einen dichten Teppich dieser wunderbaren kleinen Blümchen. Leider ist Galanthus nivalis, Galanthus elwesii und wie sie alle heißen zumindest in meinem Garten eine Diva. Sie kommt oder auch nicht. Ein paar Schneeglöckchen sind trotzdem schon da.

Schneeglöckchen.

Leberblümchen gibt es immer viele, das erste habe ich gestern schon entdeckt. Zauberhaft. In zwei Wochen bilden sie im "Wäldchen" dann einen dichten blauen Teppich.

Das erste Leberblümchen im "Wäldchen"
Auch die ersten Winterlinge stecken ihre kleinen gelben Köpfchen durch die Mulchdecke. Das Herbstlaub lasse ich immer unter den Sträuchern liegen. Darin überwintern Käfer und andere Tiere und es zersetzt sich zu wunderbarem Humus. Nackte Erde gibt es in meinem Garten nicht.

Der erste Winterling wagt sich zwischen dem Herbstlaub heraus.

Die Palmkätzchen sind schon dick und silbrig und pelzig. Ich werde heute gleich die Zweige für Ostern schneiden, sonst beginnen sie noch zu blühen. Es ist zwar noch sehr früh (und Ostern heuer spät), aber normalerweise halten Palmkätzchen in der Vase ohne Wasser (!) ziemlich lange.

Pelzige Palmkätzchen.

Die Palmkätzchen sind am Ansatz ganz rosa.
Im Gemüsegarten herrscht noch tiefer Winter, nur im Frühbeetkasten kommt der erste Spinat. Auch ein paar (asiatische) Pflücksalate haben den kalten Jänner überlebt und wachsen zaghaft weiter. Bald gibt es das erste frische Grün auf dem Teller.

Ein paar Pflücksalate haben den kalten Jänner überstanden.
In ein paar Tagen kann ich den ersten Spinat ernten.

Den ersten jungen Spinat koche ich nicht, sondern mache daraus einen köstlichen Salat. Junge Spinatblätter schmecken roh und frisch besonders gut.

Bald kommt der Frühling. Meine Gartenplanung gedeiht schon prächtig, der Plan für den Gemüsegarten ist fertig und die ersten Babypflanzen stehen am Fensterbrett. Jetzt muss nur mehr das Wetter mitspielen.

Mit lieben Grüßen
Marie

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