Dienstag, 16. Mai 2017

Haustiere und der Garten Teil 2: Hunde

Gestern berichtete ich über meine Erfahrungen und Tipps für Katzen im Garten. Heute ist das Thema Hunde an der Reihe.


Als wir vor knapp zwei Jahren erstmals einen eigenen Hund bekamen - ich hatte zwar als Kind einen großen Schäfermischling, dann allerdings keinen weiteren Hund mehr - war uns klar, dass auch der Garten hundegerecht gestaltet werden muss. Wir informierten uns vorher ein wenig über Hunderassen und deren Vorlieben, aber da wir ein Tier aus einem Tierheim nehmen wollten, legten wir uns nicht so genau fest. Ein Terrier sollte es eher nicht sein, da diese besonders gerne graben, auch kein allzu langhaariges Tier. Ein kleiner Jagdhund stand ganz oben auf der Liste, vor allem wegen seiner Familienfreundlichkeit und der Flexibilität im Bezug auf die Rudelzusammensetzung. Jagdhunde sind dafür bekannt, dass sie sich gut in wechselnde Rudel einfügen können und relativ stressresistent sind, das ist wichtig, wenn ständig viele Leute - vor allem Kinder - durchs Haus marschieren.

Unsere kleine Louise kam - ein Mischling aus Kleinem Münsterländer und Labrador - und nahm den Garten in Besitz. 4 Kilo schwer, 8 Wochen alt und ein Energiebündel erster Ordnung. Zunächst einmal dichteten wir den Zaun rund um das Grundstück soweit ab, dass der Hund nicht versehentlich beim Nachbarn oder sogar auf der Straße landete. Danach erhöhten wir einen Teil des Zauns, der nur knapp einen Meter hoch war, denn unser kleines Energiebündel entwickelte eine beachtliche Sprungkraft.


Der Teich war und ist Anziehungspunkt Nummer 1, das allerdings stört uns nicht, der Hund liebt das Wasser und darf gerne täglich schwimmen gehen. Nasser Hund im Wohnzimmer ist allerdings nicht meine erste Wahl, also montierten wir vor der Terrassentüre ein einfaches Kindergitter. Somit kann die Türe offen bleiben, der (nasse) Hund allerdings nicht ins Wohnzimmer gelangen.

Ein etwas größeres Problem ist nach wie vor Louises Vorliebe fürs Graben. Nein, sie ist kein Terrier, aber sie gräbt mit großer Leidenschaft. Unser Hochbeete, die vor einigen Jahren noch so aussahen...


.... sehen nun so aus.


Nach etlichen Erziehungsversuchen, Verboten, Wasserstrahl und einem fast völlig verwüsteten Gemüsebeet gaben wir auf und montierten einen Zaun. Louise kann den Zaun zwar problemlos überspringen, sie macht es aber nicht. Als sie das erste Mal ins Beet hüpfte, stellte sie relativ panisch fest, dass sie nicht mehr hinausspringen konnte, weil die Beete erhöht sind. Ich ließ sie ein wenig hysterisch werden, dann hob ich sie aus dem Beet heraus und seither lässt sie es in Ruhe.

Auch das Kräuterbeet mussten wir einzäunen, sie hatte es in einer Nacht- und Nebelaktion eines schönen Sommerabends schlicht und einfach komplett umgegraben.


Louise liebt die Gartenarbeit und will immer mithelfen. Das bedeutet, dass ich ständig einen Hundekopf zwischen mir und dem Gartenwerkzeug habe, wenn ich Gras schneide oder Unkraut jäte. Sie schnappt sich dann ein wenig Unkraut, schüttelt es wie eine Beute und räumt den Kübel aus, aber das lässt sich verkraften. Hauptsache sie ist dabei, wie bei kleinen Kindern, denen gab ich auch immer eine Schaufel in die Hand und ließ sie "mithelfen".

Was nicht mehr möglich ist: etwas einzupflanzen, wenn Louise dabei ist. Das gräbt sie nämlich sofort wieder aus. Sie will "helfen" oder "mitspielen", da hilft kein Schimpfen und kein Befehl. Also muss sie beim Pflanzen entweder im Haus bleiben oder mit einem Kind einen langen Spaziergang machen. Die Pflanzen müssen nach dem Setzen gut gegossen werden, damit auch der Geruch an den Garten angepasst wird und nicht sosehr nach Frauchen duftet. Hunde haben einfach eine unglaublich gute Nase. Aber mit diesen Maßnahmen lässt sie die meisten Neupflanzungen mittlerweile in Ruhe.

Bei empfindlichen Pflanzen oder wenn sie gesteigertes Interesse zeigt, bekommt die neue Pflanze eventuell einen temporären Kragen aus einem alten Kübel ohne Boden oder aus einem Stück Zaun. Nach ein paar Tagen ist die Neupflanzung uninteressant und die Hilfskonstruktion kann wieder entfernt werden.

Man muss ich bewusst machen, dass ein Hund, wenn ihm im Garten langweilig ist, binnen kurzer Zeit einen wirklich unglaublichen Schaden anrichten kann. Auch ein kleinerer Hund wie Louise, die knapp 17 kg wiegt, gräbt ein ganzes Beet in minuntenschnelle total um.

Was wir nicht haben: eine Hundehütte oder einen dezidierten Hundeschlafplatz. Louise akzeptiert sie nicht. Die Hundehütte wurde von den Katzen besiedelt und ihre Ruheplätze sucht sie sich selbst. Unter der Hecke auf der kühlen Erde im Sommer, in der Sonne im Gras, wenn es kühler ist.


Unser Garten war von Anfang an katzen- und kindergerecht gestaltet, wenngleich ich Fussballspielen untersage. Dazu haben wir einfach nicht genug Platz und außerdem eine Fussballwiese ein paar Meter entfernt. Um die hundegerechte Gestaltung mussten wir uns erst bemühen und es war anfangs nicht ganz leicht. Hunde kann man zwar viel besser erziehen als Katzen, aber wenn sie unbeobachtet sind oder sich langweilen, reitet sie manchmal ein kleines Teufelchen. Manches geht mit Verboten und Beobachtung, bei einigen Dingem muss man - je nach Hund - Maßnahmen treffen. Ich möchte beides, einen schönen Garten und Tiere, also ist wieder ein wenig Phantasie, Überlegung und Geschicklichkeit gefordert.

Was machen wir mit dem Hund und seinen Ausscheidungen? Große Frage!
Unser Hund ist in diesem Sinne nicht völlig gartensauber, wenngleich absolut stubenrein. Anfangs war es schlicht und einfach leichter, wenn sie den Garten mitbenützen durfte. Allerdings gibt es ein paar Regeln und mittlerweile verrichtet sie das Geschäft sowieso fast nur mehr bei den regelmäßigen Spaziergängen.

Regel 1: nicht in die Wiese pinkeln - das macht unschöne verdorrte Stellen. Louise hat ein paar Stellen im Gebüsch, wo es definitiv nicht stört. Dort darf sie hingehen und daran hält sie sich. Beigebracht haben wir es ihr mit großem Lob und Belohnung, es hat nur ganz kurz gedauert, dann hatte sie es verstanden.
Regel 2: täglich eine Runde durch den Garten machen und eventuelle Exkremente aufsammeln. Dann stinkt gar nichts. Wobei Louise eigentlich im Garten kein großes Geschäft mehr erledigen will. Sie ist gottseidank sehr sauber.
Regel 3: 3 bis 4 Spaziergänge täglich und sie erledigt fast alle Geschäfte außerhalb des Gartens.

Diese Regeln waren und sind völlig problemlos umzusetzen, ohne Druck oder viel Übung. Wie gesagt, ich will beides, einen schönen Garten und Tiere darin.

Der Post ist wieder Teil der Bloggeraktion "Mein Frühlingsgarten", 7 Blogger öffnen ihre Gärten und stellen unzählige tolle Projekte vor.

http://vontagzutag-mariesblog.blogspot.co.at/2017/03/mein-fruhlingsgarten-sieben-blogs-offen.html

Petra von Mami Made It
Ines von Eclectic Hamilton
Kathrin von Topfgartenwelt 
Susan von Mein Gartenglück
Katharina von Kleingartentraum
Anja von Gartenbuddelei
Marie von Von Tag zu Tag - Mariesblog

Schaut vorbei, es lohnt sich. Wer selbst noch Gartenprojekte hat, kann diese hier verlinken, die Gartenlinkparty läuft noch bis Ende Mai. Unter #meinfrühlingsgarten2017 sind tolle Fotos zu finden, auch hier kann jeder mitmachen.

Eine schöne Maiwoche wünscht

Marie

Natürlich nehme ich mit meinen Projekten auch immer an den vielen wunderbaren Linkpartys teil, die ich im Bloggerland so finde.